MusicMatch Grundlagen

21. Februar 2019

Was ist ein Showcase-Festival?

 

 

Mit grundsätzlichen und scheinbar einfachen Fragen ist es ja meist so, dass sich niemand traut, sie zu stellen. Man will sich nicht blamieren, oder hat da irgendwie schon einmal so ein bisschen was zu gehört und will sich damit nicht weiter auseinandersetzen. Aber vielleicht ist es ja gerade für euch von Relevanz, den Unterschied zwischen einem „normalen“ Musikfestival und einem Showcase-Festival zu kennen. Ich nehme mal an, dass viele der anonymen Leserschaft schon einmal auf einem klassischen Musikfestival waren: peppig-cooler Name, der gern etwas mit einer Wettererscheinung zu tun hat (natürlich auf Englisch), das obligatorische Bändchen, Verwahrlosung auf dem Zeltplatz, Regen oder extreme Hitze und irgendwann spielen entweder die Hosen oder die Broilers. Oh ho ho – Genau. Einiges davon trifft auch auf Showcase-Festivals zu, aber eben nicht alles.

 

 

Da stellen wir uns mal janz dumm…

Alter Mann – Feuerzangenbowle

 

 

Bei einem Showcase-Festival geht es nicht allein um die Unterhaltung des Publikums, sondern zusätzlich noch um den Austausch innerhalb der Branche – das klingt erst einmal so ehrbar wie konkret. Im Rahmen von Diskussionsrunden, Workshops und Vorträgen besprechen Akteure aus dem Musik- und Kulturbereich neuste Entwicklungen und Projekte, aber auch ethische und moralische Themen – Wie verändern Technologien die Strukturen auf dem Musikmarkt? Wie kann mehr Gleichstellung erreicht werden? Welche Rolle spielen psychische Erkrankungen im Musikbusiness?

Im Festivalteil spielen meist Bands kleinere Sets und präsentieren sich auf diese Weise nicht nur interessierten Nachtschwärmer*innen, sondern auch Fachpublikum wie Booker*innen, Veranstalter*innen, Labels und der Musikpresse – den Gästen der Konferenz. Das wohl bekannteste Showcase-Festival ist MusicMatch in Dresden, Vielen dürfte allerdings auch das Eurosonic Noordeslag, das Reeperbahnfestival oder das South by Southwest (SXSW) etwas sagen – Kategorie: mal gehört.

 

 

Bin ich da schon drin oder was? Ich bin drin. Das ist ja einfach.

Boris Becker – Werbespot aus einer anderen Zeit

 

 

Nun kann es ja vorkommen, dass ihr ein paar der Bands bei MusicMatch kennt und gern sehen möchtet, oder euch von bisher Unbekanntem inspirieren lassen wollt, allerdings von der Konferenz abgeschreckt seid, oder schlichtweg keine Lust auf graue Theorie habt. Kein Problem! Bei MusicMatch könnt ihr auch einfach Tickets für das Festival kaufen und euch damit in allen Clubs frei bewegen.

Es kann aber auch sein, dass ihr das Konferenzprogramm spannend findet, allerdings kein Player im Big Business seid. Auch das ist weder Problem noch Schande. Die Anmeldung für die Konferenz ist allen Interessierten möglich.

Vielleicht ist es in diesem Jahr einmal Zeit, die übliche Festivalerfahrung um den Besuch eines Showcase-Festivals zu erweitern – sicher keine schlechte Idee. Vielleicht gibt es ja Eines in eurer Nähe…

 

Foto: Christin Nitzsche